Wiederaufbau

Schon sehr bald machte sich der Einfluss der großen Politik auf den noch sehr jungen Bornreiher Sportverein bemerkbar. Mit der Einführung der Wehrpflicht schwand die Zahl der Spieler mehr und mehr, so dass in den Kriegsjahren der Spielbetrieb völlig zum Erliegen kam.

Die Wiedergeburt des Vereins fiel in das Jahr 1948. Die Männer, die von nun an Verantwortung tragen wollten, starteten nach der Währungsreform mit einem Vereinskapital von 57,- DM.
Nachdem man in den Nachbargemeinden schon bald nach Kriegsende mit viel Begeisterung dem runden Leder nachlief, nahm man in Bornreihe einen neuen Anlauf. Bekannte Bornreiher Fussballer hatten zunächst in Hambergen wieder angefangen, wie z.B. Schorse Kück, Schorse Müller, Jan Christgau, Erich Grabau, Alfred und Hinnerk Kück. Das sollte jetzt anders werden. Eine Spielerversammlung bei Hans Truhe (dem Nachfolger von Badbergen) hatte nur ein Ziel: Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Das Vorhaben gelang auf Anhieb. Bornreihe hatte wieder einen eigenen Verein, die ehemaligen Spieler kehrten zurück, und die vielen Vertriebenen, denen Bornreihe eine neue Heimat werden sollte, halfen tatkräftig mit und trugen dazu bei, dass man über genügend gutes Spielermaterial verfügte und aus den Jugendmannschaften geeigneter Nachwuchs aufrückte. Immerhin standen 1948 in der 1. Herrenmannschaft zehn Spieler aus Bornreihe.

Das Hauptinteresse galt in erster Linie einem geeigneten Sportplatz. In Eigenarbeit wurde die ehemalige Wiese, die zu Badbergens Zeit gute Dienste geleistet hatten, hergerichtet und mit einer Drainage versehen.
Dennoch blieb die Spielfläche voller Unebenheiten. „Der Ball war oft zwischen den hoch stehenden Binsen vom Spielfeldrand kaum sichtbar“.
Wenig später konnte der geordnete Spielbetrieb anlaufen. Für die Aktiven gab es jetzt Spielerpässe und außerdem Schorse Kück „schwarzes Buch“. Hier wurden alle schwarzspielenden Spieler namentlich festgehalten und für ihr Vergehen konsequent mit einer vereinsinternen Sperre belegt.

Leider erfüllte der Sportplatz nicht die in ihnen gesetzten Erwartungen. Das Gelände sackte überall da nach, wo wo die Drainagerohre gelegt waren. Spielen konnte auf diesem Platz bald niemand mehr. Die Blau-Weißen mussten umziehen. Zunächst spielte man bei Erna Renken in Vollersode und ab 1950 bei Büggel in Wallhöfen. Der Wechsel von Vollersode nach Wallhöfen war eine „Nacht und Nebel“-Aktion, denn heimlich und im Schutze der Dunkelheit wurden die Tore mit Pferd und Wagen nach Wallhöfen geschafft, nachdem es dem „Unterhändler“ Jan Christgau gelungen war, die Wallhöfener Zusage zu bekommen. Bis 1957 waren die Bornreiher Blau-Weißen zu Gast in Wallhöfen. Das nächste denkwürdige Ereignis des SV Blau-Weiß Bornreihe fiel auf den 22.Juni 1957. Mit einem Pokalturnier weihten die Bornreiher ihren Sportplatz ein, den sie in einem Zeitraum von zwei Jahren auf Vordermann gebracht hatten. Diesellok und Kipploren wurden vom Torfwerk entliehen. Bernd Brünjes aus Wallhöfen transportierte preisgünstig Sand nach Bornreihe, und viele Bornreiher Hände füllten den Platz mit Sand auf. Von den vielen fleißigen Vereinsmitgliedern erwarben sich Schorse Kück, Jan Christgau und Karl Denecke besondere Verdienste.

Die Freude, endlich eine eigene Fußballheimat zu haben, war jedoch erneut von kurzer Dauer. Der umfangreiche Spielbetrieb durch 6 bis 7 Mannschaften bedeutete schon bald eine Überbeanspruchung für den Platz, und schon im Jahre 1959 waren die Blau-Weißen wieder in Wallhöfen.